„Homöostase (homeostasis): die komplexe Selbstregulation des inneren Milieus eines dynamischen Systems. …“ (Rolf Gattermann „Wörterbuch zur Verhaltensbiologie der Tiere und des Menschen“)

Die Homöostase hat als Selbstregulation immer das Ziel, das Gleichgewicht innerhalb eines Organismus wiederherzustellen. Dies gibt dem Organismus die Möglichkeit, sich in verschiedenen Situationen entsprechend anzupassen. Diesen Situationen können exogene (äußere), aber auch endogene (innere) Gegebenheiten zu Grunde liegen.

Wir Menschen und alle anderen Tiere, stehen in permanentem Austausch mit der Umwelt.

Sei es die Hitze im Sommer oder die Kälte im Winter. Während wir Mensch bei Hitze Schweiß nach außen abgeben, ist unsere Antwort auf die Kälte, das Zittern! Die Durchblutung der äußeren Hautschichten wird so weit wie möglich reduziert und zu den lebenswichtigen, inneren Organen umgeleitet.

Diese Vorgänge sind Selbstregulationen eines Organismus, der auf die Einflüsse seiner Umwelt reagiert. Dies tut er mit verschiedenen Regelsystemen, die beispielsweise den Kreislauf, die Körpertemperatur, den pH-Wert, den Wasser- und Elektrolythaushalt, sowie den Hormonhaushalt steuern.

Neben den exogenen Reizen, müssen auch die endogenen dynamischen Prozesse reguliert werden. Beispielsweise werden wir im Laufe eines Tages, also nach einer Aktivitätsphase irgendwann müde und erschöpft und wollen schlafen. Im Laufe des Schlafes steigt unsere Fitness wieder an und wir sind bereit für die nächste Aktivitätsphase.

Wenn ein Organismus nicht ausreichend in der Lage ist, regulierend auf die Stressoren (beeinträchtigende Reize) zu reagieren, gerät er in einen krankhaften Zustand.

Heutzutage ist bei uns Menschen und den mit uns lebenden Haustieren übermäßiger, also negativer Stress, häufig die Ursache von Krankheiten. Meist besteht er aus einer Kombination verschiedener Stressoren. Beispielsweise führen schädliche Umwelteinflüsse (Abgase, Pestizide, wenig Sauerstoff usw.) in Kombination mit ungesunder Ernährung, zu wenig Ruhepausen, so wie zu wenig Zeit in der Natur, zu permanenter Ausschüttung der Stresshormone. In diesem Horror-Szenario hat der Organismus keine Möglichkeit sich zu regulieren, also zur Ruhe, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Nach einer gewissen Zeit sind die Kapazitäten der Selbstregulation erschöpft. Der Organismus erkrankt.

Die Leistungen der Selbstregulation hängen dabei von der individuellen Fitness, aber auch der genetischen Disposition eines Individuums ab.

 

Quellen:

Gattermann, R. (2012): Wörterbuch zur Verhaltensbiologie
Zink, Ch. (1990): Pschyrembel klinisches Wörterbuch
Hallgren, A. (2017): Stress, Angst und Aggression bei Hunden

 

Foto: pixabay.com – fxxu

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